Welche Körnung für welches Holz? Hartholz (Eiche, Buche): Vorschliff P60–P80, Zwischenschliff P120–P150, Feinschliff P180–P220. Weichholz (Fichte, Kiefer): Vorschliff P80–P100, Zwischenschliff P150, Feinschliff P220–P240. Furnier: nie unter P150 beginnen, sonst schleifen Sie das Furnier durch. Niemals Körnungen überspringen — immer in 50%-Schritten feiner werden.

Körnungs-Tabelle für Holz nach Material

Die Körnung folgt der Norm FEPA P (Federation of European Producers of Abrasives) — je höher die Zahl, desto feiner das Korn. Drei Faustregeln gelten material-übergreifend: Hartholz braucht im Vorschliff gröbere Körnung als Weichholz, Furnier startet niemals unter P150, und Körnungen werden nie übersprungen — immer in 50-Prozent-Schritten feiner. Die folgende Tabelle zeigt empfohlene Körnungen pro Bearbeitungsstufe.

Empfohlene Körnungen für Holz nach Material und Bearbeitungsstufe
Holz-TypVorschliffZwischenschliffFeinschliffVor Lack
Eiche (Hartholz)P60–P80P120–P150P180–P220P220+
Buche (Hartholz)P80P150P220P240
Esche / NussbaumP80P120P180P240–P320
Fichte (Weichholz)P80–P100P150P220–P240P240
Kiefer (Weichholz)P100P150P220P240
FurnierP150 (nie tiefer!)P180P220P240+

Die Körnungsangabe folgt der Norm FEPA P (Federation of European Producers of Abrasives) — der europäische Standard. Je höher die Zahl, desto feiner das Schleifkorn. Wer die Tabelle einhält, vermeidet die häufigsten Fehler: zu grobe Körnung hinterlässt sichtbare Riefen, zu feine verlängert die Arbeitszeit ohne Mehrwert.

Wie fein schleifen vor dem Lackieren von Holz?

Vor dem Lackieren wird auf P180 bis P240 geschliffen — die exakte Körnung hängt vom Lacksystem ab. Dünnschicht-Lacke (Acryl, Wasser-basis) verlangen einen feineren Untergrund (P220+), Dickschicht-Lacke (PUR, 2K) verzeihen P180. Bei Hartholz ist P220 der Sweet-Spot, bei Weichholz P240, weil Weichholz sonst Lack zu stark aufsaugt.

Wichtig: zwischen den Lackschichten leicht anschleifen — mit P320–P400 oder einem Schleifvlies mittel. Mehr dazu im Lackschleifen-Ratgeber.

Welche Körnung schleifen vor Lasur?

Vor Lasur wird gröber geschliffen als vor Lack — P120 bis P150 ist optimal. Der Hintergrund: Lasur soll tief ins Holz einziehen, gröbere Körnung lässt mehr Farbpigmente in die Holzfaser eindringen — bessere Farbtiefe und intensivere Wirkung. Bei Hartholz P150, bei Weichholz P120. Wer feiner schleift (P180+), bekommt eine flache Lasur ohne Tiefenwirkung.

Wie schleife ich Holz richtig ab? Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Material und Werkzeug wählen

Werkstück fest spannen oder auf rutschfeste Unterlage legen. Werkzeug: Exzenterschleifer (universell) oder Bandschleifer (große Flächen, schneller Materialabtrag) oder Deltaschleifer (Ecken). Schleifscheiben mit Klett-Befestigung in 125 mm oder 150 mm Durchmesser sind Standard. Empfohlen: Mirka Abranet (Netz-Schleifmittel, staubfrei) oder AWAPRO-Klettscheiben mit Multihole-Lochung.

Schritt 2: Vorschliff (P60–P80)

Beginnen Sie mit der gröbsten benötigten Körnung. Ziel: alle Verarbeitungsspuren (Hobelmesser-Riefen, Maschinen-Marken, alte Lackreste) entfernen. Schleifen Sie immer in Faserrichtung, niemals quer — Querschliff erzeugt Kratzer, die spätere feinere Körnungen nicht mehr beseitigen. Druck reduzieren — der Schleifer arbeitet von selbst.

Schritt 3: Zwischenschliff (P120–P150)

Wechseln Sie auf mittlere Körnung. Aufgabe: die Riefen des Vorschliffs wegnehmen, Oberfläche egalisieren. Bei Furnier hier einsteigen, nicht früher — sonst Durchschleif-Risiko.

Schritt 4: Feinschliff (P180–P220)

Letzter mechanischer Schliff vor der Oberflächenbehandlung. Druck auf ein Minimum reduzieren, Schleifer in lockerer kreisender Bewegung führen. Zwischen den Körnungen Staub absaugen oder mit feuchtem Tuch abwischen — sonst übertragen abgelöste Körner aus der vorherigen Körnung Kratzer.

Schritt 5: Reinigung und Vorbereitung

Werkstück gründlich entstauben — am besten mit Druckluft und anschließend mit einem leicht feuchten, fusselfreien Tuch. Bei offenporigem Holz (Eiche): Wasser-Wässerung empfehlenswert — Fasern stellen sich auf, werden mit P220 entfernt, Oberfläche bleibt nach dem Lackieren glatt.

Schritt 6: Finishing

Je nach Ziel: Öl, Wachs, Beize, Lasur oder Lack. Bei Lack: Zwischenschliff zwischen den Schichten mit P320–P400 oder Schleifvlies. Tipps für Lackzwischenschliff im Lackschleifen-Ratgeber.

Was ist feiner — 120er oder 180er Schleifpapier?

P180 ist feiner als P120. Die Faustregel: je höher die FEPA-P-Zahl, desto feiner das Schleifkorn. P120 ist mittlere Körnung (Zwischenschliff), P180 ist Feinschliff. Zwischen den beiden liegt P150 als Standard-Zwischengröße.

Profi-Tipps für Hart- und Weichholz

  1. Niemals Körnungen überspringen. Immer in 50%-Schritten feiner werden — z.B. P80 → P120 → P180. Wer von P80 direkt auf P220 springt, lässt die groben Riefen ungeglättet stehen.
  2. Zwischen den Schleifgängen Staub absaugen. Sonst entstehen Kratzer durch verbliebene grobe Körner.
  3. Immer in Faserrichtung schleifen — niemals quer. Querschliff erzeugt sichtbare Schleifspuren.
  4. Druck reduzieren, je feiner die Körnung wird. Schleifmaschine arbeitet leicht — eigenes Gewicht reicht.
  5. Schleifmittel rechtzeitig wechseln. Abgenutzte Körnung erzeugt Hitze und Brandflecken — vor allem auf Hartholz.
  6. Bei Furnier: nie unter P150 schleifen. Furniere sind nur 0,5–2 mm dick.

Welches Schleifpapier von welcher Marke?

Für Schreiner-Betriebe und Profis empfehlen wir kuratiert:

  • Mirka Abranet — staubfreies Netzschleifen, ideal für Furnier und feine Lackschliffe (siehe Mirka-Sortiment)
  • Mirka Goldflex Soft — Handschleifpapier flexibel, perfekt für Profile und Kanten
  • 3M Hookit 245 — Klassiker für Exzenterschleifer (siehe 3M-Sortiment)
  • AWAPRO Klettscheiben Multihole — Eigenmarke, faires Preis-Leistungs-Verhältnis

Das gesamte Schleifscheiben-Sortiment finden Sie im AWAPRO-Sortiment.

Häufige Fehler beim Holz schleifen

  • Querschleifen statt in Faserrichtung — produziert sichtbare Riefen
  • Körnungen überspringen — feine Körnung beseitigt grobe Riefen nicht
  • Zu viel Druck — Schleifer brennt Hitze ins Holz, Brandflecken entstehen
  • Stumpfes Schleifpapier weiterverwenden — verstopftes Korn schneidet nicht mehr
  • Ohne Wässerung lackieren — Fasern stellen sich nach dem Lackieren auf
  • Bei Furnier mit P80 starten — Durchschleif-Garantie

FAQ — Häufige Fragen

Welche Körnung für Eiche?

Vorschliff P80, Zwischenschliff P150, Feinschliff P220. Bei geölten Oberflächen lohnt sich ein zusätzlicher Polierschliff mit P320.

Reicht P180 für Möbel?

Für geölte oder gebeizte Möbel ja. Für hochglanzlackierte Oberflächen sollten Sie zusätzlich mit P240 oder P320 nachschleifen.

Welche Körnung vor dem Lackieren?

P180 bis P240 als letzter Schliff vor dem ersten Lack. Zwischen den Lackschichten: P320 bis P400 oder Schleifvlies fein.

Sind Sie Schreiner-Betrieb?

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